Bonny erzählt

Hallo Hundefreunde, für alle, die mich nicht kennen, hier kurz mein Steckbrief:

Bonny, Border - Collie, Hündin, 6 Jahre. Ich habe, wie ihr alle, meinen festen Tagesablauf. Also Schlafen, Fressen, Spielen, Spazierengehen usw. Ach ja, ab und zu fährt Herrchen mit mir im Auto und sagt dann, wir fahren zur Hundeschule. Das ist immer prima, weil da immer was los ist. Aber an einem Mittwoch war das anders als sonst. Da bin ich wie immer mit Frauchen und Herrchen spazierengegangen. Als wir wieder zu Hause waren, wollte ich dann schlafen. Das mache ich dann immer so. Aber nach ein paar Minuten (was sind eigentlich Minuten) hat Herrchen gesagt: „Los, Bonny, wir fahren jetzt!“

Na gut, dachte ich, jetzt geht es zur Hundeschule. Aber Herrchen ist ganz anders gefahren als sonst. Als ich dann aussteigen durfte, sah es auch nicht aus wie auf dem Hundeplatz. Viel mehr Autos als sonst und viel mehr Leute. Aber es roch ganz gut, die Kumpels, die da schon ihre Duftmarke gesetzt hatten, kannte ich noch nicht. Dann mußte ich an der Leine gehen, so ein Mist, mag ich gar nicht. Aber was war das denn? Auf einer Wiese standen Kumpels, die ich kannte:

Dusty, Fenja, Landor, Shara, Susi und Tobi. Aber was kommt denn jetzt? Warum darf ich nicht von der Leine? Die Frauchens und Herrchens reden und wir müssen brav sein und sitzen. Was reden die Menschen da? Schloßpark und Stadttraining und das ist mal was Anderes für die Hunde? Versteh ich nicht. Aber gut, was soll’s. Wenn’s denn sein muß. Jetzt geht es endlich los. Wir gehen durch einen dunklen Gang mit glatter Erde, ganz anders als der Tunnel in Lamme. Dann müssen wir alle eine lange Treppe hoch. Die Menschen sagen alle: „Langsam auf der Treppe“, wissen die denn gar nicht, daß wir Hunde da lieber hochrennen? Als wir alle oben sind, wird es auch wieder heller, und da sind wieder ganz viele Menschen. Die gucken alle und sagen was von Ausflug oder so. Jetzt müssen wir bei Fuß gehen oder wie das heißt. Mist, macht keinen Spaß. Aber da riecht’s wieder toll. Auf einmal gehen alle Menschen mit uns zu einem Holzbrett oder so und setzen sich hin. Sind die denn schon müde? Gut, leg ich mich auch mal hin, wer weiß, was noch kommt. Als die Kumpels auch gerade fast alle liegen, sagt Herrchen: „Wollen wir weiter?“ Was soll man als Hund da machen? Also wieder viele Menschen und viel Lärm. Aber Fenja geht vor weg, weil sie hier wohnt und sich auskennt, und Fenja meint, das ist okay hier, und die muß das wissen, weil sie mal Führhündin werden soll. Ich weiß nicht, was das ist, aber klingt wichtig. Was kommt denn nun? Autos kenne ich ja, aber das da. Sehen aus wie Autos, aber ganz groß und machen Krach. Herrchen sagt was von Baustelle und Kompressor oder so. Jetzt gehen wir in eine Art Haus, hat aber keine Türen und die Erde ist manchmal glatt und manchmal rauh unter unseren Pfoten. Was denn nun? Die Menschen wollen, daß wir eine Treppe hochgehen, die ist aber so komisch rund, und ich kann da durchgucken. Geht aber ganz gut da hoch. Aber warum kommen denn Dusty und Landor nicht mit? Na, hole ich sie eben. Als wir alle oben sind, gehen wir zu einer Tür. Prima, jetzt besuchen wir andere Leute, da gibt’s vielleicht was zu futtern. Aber als die Tür aufgeht, ist da nur ein leeres Zimmer. Mist, wieder nix mit Fressen. Jetzt sagen die Menschen was von Fahrstuhlfahren. Hab ich noch nie gehört, das Wort. Ob das so wie Autofahren ist? Jetzt geht die Tür zu, mir wird komisch im Bauch, und Herrchen sagt, alles okay. Naja, wenn der meint. Die Tür geht wieder auf, und da sind die anderen Kumpels wieder. Wir steigen aus, und die anderen gehen in das Ding rein. Versteh ich nicht, aber die Menschen sagen: „Alle zusammen geht nicht.“ Als die anderen wieder da sind, gibt’s erstmal Wasser für alle. Find ich gut, aber wo sind die Kekse? Als wir getrunken haben, gehen wir durch das große offene Haus weiter.

Dann ist der lange Gang zu Ende und wir sind wieder im Freien. Als alle wieder zusammen sind, wo waren die bloß so lange, gehen wir draußen weiter. Auf der anderen Seite kommt uns ein Hund entgegen, der uns anbellt und in seine Leine springt. Ob der nie in einer Hundeschule war ? Da lernt man nämlich, das sowas nicht okay ist. Jetzt müssen wir alle „Sitz“ machen, was ist nun wieder los. Herrchen erzählt was von Ampel und Bordsteinkante aber dann dürfen wir weiter. Jetzt kommt wieder die lange Treppe, die wir vorhin hoch gekommen sind. Wissen die Menschen das nicht mehr? Die wollen, daß wir links gehen, was soll man als Hund da machen.

Aber der Weg ist auch nicht übel, es riecht nach ganz tollen Sachen. Pizza, Pommes, Eis und alles durcheinander. Ab und zu liegt auch mal was davon auf dem Weg, aber die Menschen wollen nicht, daß wir das fressen. Na gut, wenn die meinen. Jetzt müssen wir wieder sitzen, ich glaube, das ist wieder wegen Bordsteinkante. Aber auf der anderen Seite ist die Wiese, von der wir losgegangen sind. Vielleicht dürfen wir jetzt nochmal von der Leine. Aber da wird nichts draus, die Menschen reden noch ein bißchen, und ich höre was von „übernächtes Mal treffen wir uns beim Flugplatz“. Ob ich da wieder Fahrstuhl fahren muß ?

Bis zum nächsten Mal, eure Bonny.

Uwe Bosse